ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider
+49 152 29540330 post@itplus-consulting.de
Heute ist der 29. Dezember 2018. Wir befinden uns mitten in den Rauhnächten. Alles, was während dieser Tage geschieht, hat im europäischen Brauchtum eine ganz besondere und große Bedeutung.
 
Es ist eine Zeit der Veränderung und des Neubeginns, der Reinigung und der Besinnung. Die Rauhnächte erstrecken sich über einen Zeitraum vom 20./21. Dezember (Wintersonnenwende) bzw. vom 24./25 Dezember (Heiligabend) bis zum 05./06. Januar (Erscheinung des Herrn).  Die Rede ist auch häufig von den „12 Tagen“, deren Aufzählung am 24./25. Dezember beginnt. Jeder dieser 12 Tage hat eine Bedeutung für jeden einzelnen der darauf folgenden 12 Monate im Neuen Jahr. 
 

Das Geisterreich öffnet seine Tore

Spannend und auch unheimlich: So sollen sich zur Mitte der Rauhnächte, an Silvester, die Tore des Geisterreichs öffnen und die Seelen der Verstorbenen, Geister und Dämonen ruhelos im Land unterwegs sein. Angeführt wird die „Wilde Jagd“ von Odin – auch Wilder Jäger genannt – und Frau Holle. Und diese haben mit den Menschen nichts Gutes im Sinn, wenn sie sich nicht wohlverhalten.
 
Die vier wichtigsten Rauhnächte (Wintersonnenwende 20./21.12., Heiligabend 24./25.12., Silvester 31.12./01.01. und Erscheinung des Herrn 05./06.01.) gelten als gefährlich. Im Haus darf keine Unordnung herrschen, es darf unter gar keinen Umständen weiße Wäsche auf der Leine hängen und auch erst gar keine Leine gespannt oder gar gewaschen werden. Familien sollen beieinander bleiben, Kinder und Frauen dürfen in dieser Zeit nicht alleine in der Dunkelheit unterwegs sein. Die „Wilde Jagd“ könnte sich beispielsweise in der Wäscheleine verfangen und furchtbare Dinge mit den Menschen veranstalten. 
 
Um das Haus, Menschen und Tiere vor dem drohenden Unheil zu schützen, gehört es zum Brauchtum, Heilpflanzen (insbesondere Weihrauch) und Harze in Schalen zu verräuchern. Die Schalen werden begleitet von Gebeten in jeden Winkel des Hauses getragen und der Rauch gut verteilt.
 
Zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sind, sollen sich in diesem Zeitraum in Werwölfe verwandeln. Befragte Orakel geben verlässlich Auskunft über die Zukunft. Bleigießen an Silvester stammt beispielsweise noch aus jener Zeit, in der man fest an Weissagungen glaubte. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und die Zukunft vorhersagen. Wer die Tiere jedoch sprechen höre, sterbe danach.
 
Kinder, die in diesem Zeitraum geboren werden, gelten im westlichen Europa als Sonntagskinder, die selbst Glück im Leben haben und anderen ebenfalls Glück bringen. Kindern, die an einem Samstag geboren werden, werden darüberhinaus übersinnliche Fähigkeiten zugesprochen. 
 
Auch für das Wetter der kommenden zwölf Monate sollen die Rauhnächte bestimmend sein. Jede der 12 Rauhnächte steht dabei für einen (Mond-)Monat des kommenden Jahres.
 
Dies ist nur ein unvollkommener Überblick über den Glauben der Menschen in der Vergangenheit. Die Regeln und Rituale, die von unseren Vorfahren eisern befolgt wurden, um das Unglück nicht herauszufordern, sind regional sehr unterschiedlich. In einem waren sie gleich: Die guten Geister wurden beschworen, die bösen Geister wurden verjagt.
 
 
 
 
 
 
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rauhnacht